FAQ zur Mehrwertseuersenkung

Liebe Kunden der entervo-access,

Wie Sie sicher der Presse entnommen haben, hat die große Koalition zum 01.07.2020 eine zeitlich begrenzte Senkung der MwSt. des Regelsteuersatzes von 19% auf 16% und des ermäßigten Steuersatzes von 7% auf 5% beschlossen. Da die Mehrwertsteuersenkung und die damit verbundenen Anpassungen im Kassensystem bei vielen Kunden noch Fragen aufwerfen, haben wir uns bemüht, die wichtigsten Fragen in einem FAQ zu beantworten. Sollten Sie zusätzliche Fragen zum Thema haben, kontaktieren Sie uns gern unter: info@entervo-access.de 

Bitte beachten Sie, dass wir alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworten, jedoch keine Rechtsberatung durchführen. Gerne sprechen Sie diese Fragen auch noch einmal bei Ihrem Steuerberater an.

Die häufigsten Fragen zur Mehrwertsteuersenkung

zuletzt aktualisiert: 10.06.2020

Wie ist der Ablauf zur MwSt.-Senkung?

  • Nach Beauftragung der Umsetzung werden wir mit den Arbeiten beginnen und Ihnen deren Abschluss mitteilen. Bitte starten Sie am 01.07.2020/01.01.2021 vor Beginn des Betriebes alle Kassen und Automaten neu und testen die Umstellung. Falls etwas nicht stimmen sollte, geben Sie uns bitte umgehend Bescheid.

Am 30.06.2020 wurde ein Verkauf mit 19% MwSt. durchgeführt. Am 01.07.2020 wird dieser Verkauf storniert. Mit welcher MwSt. erfolgt die Stornierung?

  • Im entervo-access V9-System erfolgt die Stornierung als neue Buchung am aktuellen Tag - mit der zu diesem Zeitpunkt gültigen MwSt. d.h. es wird nicht der Umsatz des Vortages geändert. Insofern gilt für die neue Buchung der neue MwSt.-Satz.

Was passiert bei Einlösung von Gutscheinen/Wertguthaben?

  • Seit dem 01.01.2019 gelten in Deutschland neue Regelungen für Gutscheine. Soweit aus einem Gutschein eine Leistung unmittelbar zu fordern ist, es sich also nicht nur um sog. Preisermäßigungs- oder Rabattgutscheine handelt, muss zwischen dem sog. Einzweckgutschein und dem Mehrzweckgutschein unterschieden werden. Diese beiden Formen von Gutscheinen führen zu grundsätzlich unterschiedlichen umsatzsteuerrechtlichen Ergebnissen:
    • Einzweckgutschein (S 3 Abs. 14 UStG): Ein Einzweckgutschein liegt dann vor, wenn der Ort der Leistung (hier also z.B. Deutschland) schon bei Ausgabe des Gutscheins feststeht und sich aufgrund der Leistung die Höhe der Umsatzsteuer eindeutig ermitteln lässt. Liegt ein solcher Einzweckgutschein vor, entsteht die Umsatzsteuer schon bei Verkauf des Gutscheins und jeder weiteren Weiterveräußerung. Die tatsächliche Ausführung der Leistung - wenn also der Gutschein eingelöst wird - ist dann keiner Umsatzsteuer mehr zu unterwerfen.
    • Mehrzweckgutschein (5 3 Abs. 15 UStG): Ein Mehrzweckgutschein liegt vor, wenn es sich um einen Gutschein handelt, der kein Einzweckgutschein ist, weil entweder der Ort der Leistung oder die sich aus der Leistung ergebende Umsatzsteuer bei Verkauf bzw. Ausgabe des Gutscheins nicht feststeht. In diesem Fall ist der Verkauf dieses Gutscheins nur ein Tausch von Geld in eine andere Form eines Zahlungsmittels und unterliegt keiner Umsatzsteuer. Erst wenn der Gutschein eingelöst wird, unterliegt die tatsächlich ausgeführte Leistung der Umsatzsteuer. Deshalb darf bei einem Verkauf eines Mehrzweckgutscheins noch keine Umsatzsteuer in einer Abrechnung gesondert ausgewiesen werden.

Tipp: Derzeit sollte versucht werden, Gutscheine als Mehrzweck-Gutscheine auszugestalten.

Werden bei der Umstellung die Preise automatisch geändert?

  • Ob / in welcher Größenordnung Sie die MwSt-Anpassung bei der Preisgestaltung berücksichtigen, können Sie eigenständig festlegen. In der Artikelverwaltung können Sie Preisänderungen auch zu einem Stichtag hinterlegen.

Wird die MwSt von Speisen automatisch auf 7% gesenkt?

  • Bitte beachten Sie auch, dass ab dem 01.07.2020 neben den beschlossenen Änderungen der MwSt-Sätze auch eine Änderung bezüglich der Speisen in der Gastronomie in Kraft tritt. Für diese gilt dann der ermäßigte MwSt-Satz. Stellen Sie dazu die betroffenen Artikel um.

Jahreskarten, Abonnements

  • Jahreskarten (Saisonkarten/Abonnements o.ä.) stellen nach herrschender Meinung Vorauszahlungen für eine einheitliche Leistung dar. Bei Zahlung zu Beginn des Leistungszeitraumes entsteht Umsatzsteuer aufgrund der Vereinnahmung; Die Leistung ist erst am Ende der Laufzeit ausgeführt. Die zutreffende Umsatzsteuer entsteht insoweit nach den gesetzlichen Grundlagen, die am Ende des jeweiligen Leistungszeitraums entsteht.

    Bitte wenden Sie sich dazu an Ihren Steuerberater.

10er Karten

  • 10er Karten u.ä.  stellen nach herrschender Meinung Vorauszahlungen für Teilleistungen dar. Bei Zahlung der 10er Karte entsteht Umsatzsteuer aufgrund der Vereinnahmung; wird eine Leistung nach dem jeweiligen Steuersatzwechsel in Anspruch genommen, erfolgt eine anteilige Entlastung bzw. Nachversteuerung. Eine Entlastung kann aber nur erfolgen, wenn in einem Abrechnungspapier entweder keine UmSt. gesondert ausgewiesen wurde oder eine Abrechnung berichtigt wurde.

    Bitte wenden Sie sich dazu an Ihren Steuerberater.

Ab wann gilt die neue MwSt bei laufendem System über den Tageswechsel?

  • Aus Vereinfachungsgründen konnten bei früheren Steuersatzänderungen alle Umsätze aus Bewirtungsleistungen in der Nacht der Änderung mit dem „alten“ Steuersatz besteuert werden.